Sonntag, 13. November 2011

siebenundsiebzig



"Du hast eine ruhige Art zu reden."
"Nein, finde ich gar nicht!"
"Also ich meine nicht im Sinne von leise und schüchtern, sondern eher was du sagst und wie du es sagst. Irgendwie offen. Ich höre dir gerne zu. Und ehrlich, ich habe mir Sorgen gemacht, worüber ich mit dir reden soll, weil ich denke, dass wir schon über alles geredet haben, über das man reden kann! Das ist einfach unglaublich."
Er / Ich

Mittwoch, 19. Oktober 2011

sechsundsiebzig



"Hast du schon mal einen Waran gesehen?"
"Ja."
"Sie sehen aus wie Dinosaurier!"
"Ich finde, sie sehen eher aus wie Drachen ohne Flügel."
"Jedenfalls sehr angsteinflössend."
"Mh schon etwas. Aber auch faszinierend!"
"Stell dir vor, sowas sitzt in deinem Garten.."

Pause

"Nein. Stell es dir lieber nicht vor.."
"Mit Schwert und Schild würde ich mich ihm stellen!"

Pause

"Vielleicht.."


Rot = Ich Grün = Er

Sonntag, 4. September 2011

fünfundsiebzig


Wir stehen an der Kasse. Er steht mit seinem Kumpel vor uns und bemerkt uns nicht. Bis wir wegen irgendetwas lachen müssen. Einige Momente später dreht er sich um, lächelt mich an, sagt "hallo". Wir blicken uns an und ich merke wie etwas zwischen uns ist. Früher haben wir uns umarmt und bedenkenlos miteinander geredet. 

Ich sitze mit einer Freundin auf einer Mauer in der Schule, es ist Pausenende-Stundenbeginn. 
Er steht da, ganz allein, Kopfhörern auf. Er sieht mich, verändert seine Miene aber nicht. 
Er läuft verloren umher, von rechts von links und zurück. Ich will ihn schon ansprechen, aber er hat ja Kopfhörer drin. Früher hätte er sich ohne zu zögern neben mich gesetzt. Wir haben damals Stühle geteilt. 


Freitag, 2. September 2011

vierundsiebzig


Sie erzählt mir, dass sie ihn besucht hat. 
Er hat eine hübsche Wohnung, zwar war sie nicht aufgeräumt, aber hübsch. 
Sie schwärmt schon wieder von ihm. Er ist ja so lustig und bringt witzige Sprüche, blablah und überhaupt.
 Sie haben ja so viel gelacht. 
Dann wird sie ernst:
"Hab ich dir eigentlich gesagt, dass du unser Hauptthema warst?"
Nein, hat sie nicht. Aber das ist interessant. Ich frage mich, warum. 
"Keine Ahnung, er findet dich total nett und witzig. Und er mag dein Lachen unheimlich gerne." 
Mh, ich kenne ihn nicht so gut. Erst seit ca. einem Monat. Aber er scheint nett zu sein. Sie steht auf ihn, das ist offensichtlich. Es geht nur noch um ihn.
Ob er das weiß? Ich hoffe nicht. Aber das ich das Hauptthema war, finde ich nun doch seltsam. 
"Er dachte, wir wären beste Freundinnen!" Ich schaue sie ungläubig an. 
"Jaa, das sagte er! Ich hab ihn dann gesagt, dass wir erst seit diesem Sommer überhaupt was miteinander machen. Das hat er mir nicht geglaubt. Er dachte wirklich, wir seien allerbeste Freundinnen und würden alles zusammen machen und überhaupt.."
Was der sich alles denkt?
Das wird noch was geben, Leute.

Dienstag, 2. August 2011

dreiundsiebzig




Es ist ein ziemlich kühler und wolkiger Tag, während ich auf dem Weg zu ihm bin, überlege ich, was ich sagen werde, wie ich mich verhalten werde. Früher habe ich das nie gemacht. Das war nicht nötig. Ich war einfach so, wie ich eben war. Warum ist das jetzt anders? Ich klingel an der Tür und er öffnet sofort, als hätte er direkt davor gestanden. Er umarmt mich. Wir setzen uns, reden über dies und das, über die Ferien, was wir so getan haben, nichts verfängliches, nichts besonderes. Irgendwie ist etwas zwischen uns. 
Eine unsichtbare Barriere, eine Wand, eine Mauer. 
Wir wissen nichts miteinander anzufangen, schweigen uns an, starren in die Leere.
Verdammt, warum ist alles so vergänglich? Vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass sowas je passieren würde. Bin ich zu naiv? Bin ich daran schuld? Weshalb zieht die Zeit nur so rasend schnell vorbei? Wieso?



Samstag, 23. Juli 2011

zweiundsiebzig

Ich bin spät dran, schmeiße die Tür hinter mir zu und stecke meine Ohrringe beim Laufen an. Noch ein schneller Blick aufs Handy: Haare sitzen einigermaßen. Keine 3 Minuten später sehe ich dich. Du grinst und läufst mir entgegen. Wir umarmen uns, recht lange. Zu lange? Ein ungewohntes Gefühl überkommt mich. Schließlich haben wir uns Jahre nicht gesehen, nur Kontakt über das Internet gehabt. 
Alles so vertraut, aber doch fremd..

Freitag, 22. Juli 2011

einundsiebzig




Sometimes people aren't who they seem to be; 
and sometimes people are so much more than you originally thought.



Mittwoch, 20. Juli 2011

Samstag, 18. Juni 2011

neunundsechzig







"Wie geht es dir so?"
"Naja und dir? Ich bin gerade etwas mies drauf."
"Müde, aber irgendwie auch gut, danke."
"Frag' mich doch mal, wieso ich mies drauf bin!"
"Ähm.. warum bist du mies drauf?"
"..weil ich dich angeschrieben habe. Eigentlich wollte ich warten, bis du mich anschreibst.. hast du aber nicht und das nervt mich gerade voll.."
"Dann muss ich dich morgen wohl oder übel anschreiben."
"Ich bitte darum.."


Am nächsten Tag:

"Hallo"
"JACKPOT!"


Ist er nicht süß?

Donnerstag, 16. Juni 2011

achtundsechzig


Die Sonne ist schon seit Stunden nicht mehr zu erahnen, ich liege in meinem Bett, bin müde, denke über den Tag nach. Ich befinde mich schon im Halbschlaf, als sich plötzlich mein Handy bemerkbar macht. Ich quäle mich aus dem gemütlichen Bett und durchwühle meine Tasche, überlege dabei wer mir um genau 2 Uhr nachts etwas mitteilen muss. Was bitte kann so wichtig sein? 
7 unbeantwortete Anrufe und 1 Sms, von ihm..
Bevor ich irgendetwas lese, krabbele ich wieder in mein Bett. Okay.

"Ich sitze hier gerade am Park und kann auf die Stadt herunter sehen. Ist wunderschön.."

Das nächste Mal kannst du mich ja mitnehmen, ist mein erster Gedanke und lächele. Warum schreibt er mir aber sowas? Irgendeinen Zweck muss es doch haben, nicht? Ich weiß nicht. Um klare Gedanken zu fassen, ist es eh zu spät. 
Viele Stunden, eher einen halben Tag später, erreicht mich noch eine Nachricht von ihm:
"Sorry, war etwas angetrunken."
Das ist nicht das erste Mal, das er mir solche Sachen schreibt und dann entschuldigt er sich wieder. Kann er nicht vorher nachdenken und dann handeln oder meine Nummer löschen, bevor er eine Flasche anrührt? Übrigens: Menschen im alkoholisierten Zustand erzählen die Wahrheit, heißt es...


Sonntag, 12. Juni 2011

sechsundsechzig

"Kaylee?"
"Ja?"
"Ach nichts..."
"Ist echt nichts?"
"Eigentlich ist schon was."
"Was denn?"
"Ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll oder ob ich es dir überhaupt sagen will."
"Nun mach' schon, es wird keiner schreiend im Kreis umherrennen oder sowas."
"Nicht?"
"Ich denke eher nicht."
"Dann hat das keinen Zweck."
"Was soll das denn jetzt?"
"Wenigstens schreibst du mit mir.."
"Was?!"
"Mir ist nichts interessantes eingefallen. Aber ich wollte einfach unbedingt mit dir schreiben. Also entschloss ich über nichts mit dir zu schreiben. Hoffentlich bist du jetzt nicht sauer oder beleidigt."

Dienstag, 7. Juni 2011

fünfundsechzig


Ich überlege mir dauernd, wie ich reagieren werde oder eher sollte, wenn du mir begegnest.
Jedes Mal komme ich zum gleichen Entschluss: Ignorieren.
Stunden später, in der Schule, tauchst du plötzlich auf. Lächelst, winkst und grüßt mich. In diesen kleinen Momenten verlassen mich meine Vorsätze und ich grüße dich auch. Ich weiß nicht, warum ich das mache. Ich will nichts von dir, auch keinen Gruß.
Aber jetzt mal ganz ehrlich, ich möchte eigentlich mehr als dieses verdammte "hey" oder "hallo". Ich möchte dich umarmen, interessante Gespräche mit dir führen, mit dir lachen und selbst das Schweigen war etwas friedliches in deiner Gegenwart. Egal was wir gemacht haben, alles war mir recht, alles war mir genug, alles war ..schön. 
Ich weiß, dass ich in einer gewissen Art und Weise anstrengend und anspruchsvoll bin. Jedoch..ist das nicht natürlich? Jeder geht mal seinem Umfeld auf die Nerven und sind Ansprüche denn falsch? 
Dann frage ich mich aber, warum das alles so eine beschissene Wende nahm. An manchen Tagen bist du dann wieder herzallerliebst, aber eigentlich könnte ich dir regelmäßig das Hinterteil versohlen..oder sonst irgendetwas. Ich kann und will dir auch gar nicht dauernd hinterherrennen. Ich bin nicht abhängig. Nein. 

Sonntag, 5. Juni 2011

vierundsechzig




Ich verlasse das schlecht belüftete Gebäude und merke erst einige Augenblicke später, dass es regnet. Das Wasser prasselt vom Himmel wie lange nicht mehr, die Sommerluft strömt mir entgegen. Schon gefühlte Ewigkeiten ist es her, als ich diesen Duft das letzte mal einatmete. Wie sehr ich ihn doch vermisst habe. Nach einigen Momenten des Genusses trete ich ganz vor die Tür. Kaltes Wasser überkommt meinen Körper, lässt meine Haare am Gesicht, meine Kleidung am Körper kleben. 
Ich laufe langsam den menschenleeren Weg entlang und male mir aus, wie es wäre, wenn du bei mir wärst. Zu gerne hätte ich dich hier gehabt, neben mir, direkt an meiner Seite. Du liebst diese Tage mindestens genauso sehr wie ich. Was du gerade machst? Vielleicht sitzt du an deinem Zimmerfenster und siehst dir das Schauspiel von dort aus an. Denkst du überhaupt noch an mich? An unsere gemeinsamen Zeiten? 
Ich rüttele die Gedanken von mir. Plötzlich ist mir das alles völlig gleich. So wie die Sorgen und Gedanken von mir gewichen sind, so sind auch die schweren Regenwolken hinfort gezogen. 
Wie schnell sich alles ändert. Schade eigentlich. 
Ich betrachte den Abendhimmel in den Pfützen. Rosa, pink, orange, fast rot. Ich verweile noch einige Zeit an der frischgewaschenen Luft und genieße diesen Anblick. Als ich am späten Abend meine Nachrichten durchlese, ist eine von dir dabei. Nichts steht drin. Ich entdecke den Anhang und es dauert kurz, bis es sich öffnet. Ein Foto von dem rosaroten Himmel. Du hast daran gedacht. Ich lächle und bedanke mich bei dir für das Foto. "Solche Ereignisse erinnern mich an Dich", gestehst du mir. 
Unverhofft kommt oft.



Freitag, 3. Juni 2011

zweiundsechzig - lebendig tot

„Einst war in einem fernen Königreich eine Krankheit ausgebrochen, an der alle zu sterben drohten. Der Zufall fügte es, daß just zu dieser Zeit ein weitgereister Arzt zum Palast kam, der eine kleine Flasche Medizin mit sich trug, gerade genug, um eine einzige Person vor der Seuche zu bewahren. Die Wachen führten ihn vor den König. 
Der König ließ die Weisen seines Landes zusammenrufen und fragte sie, ob er das Wasser des Lebens zu sich nehmen solle. Und die Weisen antworteten: 'Aber ja, großer König, wenn du das Wasser des Lebens nicht trinkst, mußt du sterben. Darum trink es, und so bleibt der Edelste von uns am Leben!' Nachdenklich fragte der König: 'Sind eigentlich alle Weisen aus meinem Land heute hier?' 
Und siehe, es stellte sich heraus, daß einer fehlte, der im äußersten Winkel des Königreichs lebte. Da befahl der König, auch diesen herbeizuholen. Das dauerte viele Wochen. Als der Alte schließlich vor dem Thron kniete, richtete der König die gleiche Frage an ihn. 
Der Weise überlegte lange und fragte dann: 'Wirst du, großer König, das Wasser des Lebens alleine trinken, oder werden auch andere davon trinken?' 'Es ist nur ein Fläschchen da,' entgegnete der König, 'und das reicht gerade für eine Person.' 'Edler König, in diesem Fall rate ich dir, den Becher nicht zu leeren. 
Denn siehe, wenn einer allein überlebt, ohne Freunde, Familie, sein Volk, dann fehlt ihm alles, dann ist er lebendig tot.'“

Donnerstag, 2. Juni 2011

einundsechzig




"Wer will, dass die Welt
so bleibt, wie sie ist, 
der will nicht, dass sie bleibt."
                                  Erich Fried




Montag, 30. Mai 2011

sechzig - vom Ende

In den letzten Wochen ist mir eines bewusst geworden: Du kannst gut schauspielern. 
Du zeigst dich stets an allem interessiert und löcherst mich mit Fragen, willst alles sofort wissen. Das ist doch normal, bei besten Freundinnen, würde jetzt manch einer behaupten. Wir sind aber gar keine Freunde, noch nie gewesen, sind es nicht, werden es nie sein. 
Traurige Wahrheit, bitterer Ernst. In Zukunft werden wir wohl auch nicht mehr in einer Klasse sein, dann wirst du mich für immer vergessen haben, so meine Diagnose. Das Schlimme an der Sache ist, dass du anderen erzählst, dass ich deine beste Freundin bin. Das entspricht nicht der Wahrheit. Du erzählst mir nie etwas, ich muss dich erst darauf ansprechen, bis du dann ein paar magere Sätze zu dem Thema von dir gibst. Aber von mir willst du alles sofort wissen. Du fragst nicht nach Verabredungen oder ob ich nicht auch Lust hätte dort und da hin mitzukommen. Du bist weder freundlich noch hilfsbereit oder ehrlich, aber du kannst gut schauspielern, das sollte man dir lassen. Wenn du Probleme hattest, konntest du immer mit mir reden, ich war stets zur Stelle, habe mir dein Leid angehört, auch wenn ich eigentlich wichtigeres zutun hatte und du mir es schon gefühlte 26819 Mal erzählt hast. Wenn ich Sorgen hatte, hast du es meistens mit einem "Tja, da kann man nichts machen, ist halt so" abgehakt. Da ahnte ich noch nicht, wie hinterhältig du bist. Dass du scheinbar keine Freundschaft willst, nur jemanden zum Ausheulen. 
Es tut schon weh, zu wissen, dass es nie mehr so sein wird, wie es mal war. Aber wenn die Vergangenheit gelogen war, dann ist das besser so. Schließlich verliert man keine Freunde. Mit der Zeit findet man nur heraus, wer richtig und wer falsch ist. In welche Kategorie du gehörst, solltest du jetzt wissen. 

Samstag, 28. Mai 2011

neunundfünfzig

Festival, Konzert, laute Musik, Alkohol, schwitzende Körper, viel nackte Haut, unüberlegte Taten, Reue, Spaß.

Freitag, 27. Mai 2011

achtundfünfzig

Die Sonne prallt hinunter, mein Kopf glüht, es ist heiß. Sommer. Ich schlage vor, dass wir an den Bach fahren könnten, um uns abzukühlen. Du bist verwirrt und ich habe den Eindruck, dass du nicht weißt, ob ich das ernst meine. Ich schwärme von dem kühlen Wasser. Du bist überrascht von meiner Spontanität. so direkt nach der Schule zum Bach, das hättest du wohl nicht von mir erwartet, denke ich mir. Wir stellen sofort unsere Fahrräder ab, reißen uns wortwörtlich die Schuhe von den Füßen und sprinten hinunter zum Bach. Ich spüre die Erde zwischen meinen Zehen. 
Das kühle Wasser spritzt hoch und wir freuen uns. Lachen. Wir schauen uns Steine an, diskutieren, welcher der schönste ist. Sind beeindruckt von der Klarheit des Bachs. Graben unsere müden Füße in den weichen Schlamm. Reden über den Schultag, unsere Mitschüler, andere Menschen. Unterhalten uns über die Schönheit der Natur, sind traurig über die Vergänglichkeit, haben Angst vor der Zukunft, bemitleiden uns gegenseitig. Das bringt nichts, es ändert nichts, denke ich und sage es auch. Du gibst mir Recht. Wir sollten handeln, anstatt zu träumen. Träumen ist aber schön, meinst du. Träume, die in Erfüllung gehen sind das beste, meine ich. Wir legen uns auf die Wiese und sind der Meinung, dass einer unserer Träume in Erfüllung gegangen ist. 
Wer träumt während einer elenden, unendlich erscheinenden Schulstunde nicht von einem kühlen Bach und Sonnenschein? 

Donnerstag, 26. Mai 2011

siebenundfünfzig - verkehrte Welt

Irgendetwas stimmt nicht. Er erzählt, erzählt und es nimmt kein Ende. Eigentlich schön. Sonst bin ich immer die, die Gespräche am Leben erhalten muss. Entspannend. Ich merke, dass ihn etwas bedrückt. Ich frage ihn danach, was denn los sei. 
Er holt tief Luft, sucht nach den richtigen Worten. Er ist verliebt. Eigentlich etwas wunderbares, aber er war vor kurzem im Ausland. Lass' es bitte eine von hier sein. Bitte. Meine Wünsche gehen nie in Erfüllung, natürlich wohnt sie im Ausland. So traurig und verzweifelt sah ich ihn noch nie. Er fängt an von ihr zu schwärmen, beschreibt mir sie. Wie schön es war, mit ihr zu Lachen und den Tag zu verbringen. 
Er versinkt in seinen Gedanken und schweigt. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Hoffnung besteht kaum. Schließlich meint er, dass das doch lustig ist. Wie bitte? Lustig? Sonst bin ich immer die, die nicht weiterweiß und mit dem anderen Geschlecht zu kämpfen hat. Wie wahr. Er tut mir leid. 
Ich schlage ihm vor, nach ihr im Internet zu suchen. Besser als nichts. Er ist überglücklich, als er sie in einem Netzwerk findet. Jedoch bin ich pessimistisch, sie wohnt einfach  zu weit weg. Wie soll das denn nur gehen? Liebe schafft alles. Aber ist das denn Liebe? Wohl eher Verliebtheit. Ich gönne ihm das von Herzen. Lass' ihn glücklich sein. 
Nun bin ich die, die in Gedanken versinkt. Über die Vergangenheit nachdenkt. Was er und ich schon so erlebt haben. Wie oft er mir versuchte zu helfen. Wie gut er mich aufmuntern und zum Lachen bringen kann. Das ist doch verrückt. Verkehrte Welt.

Mittwoch, 25. Mai 2011

sechsundfünfzig - nachts

Der penetrante Geruch von Nagellackentferner liegt in der Luft. Eine Motte schwirrt immer wieder von außen an das Fenster. Die Konturen der Möbel sind kaum wahrnehmbar.
Ich sitze auf meinem Bett, um mich herum liegen Bücher, Stifte und fast leere Flaschen. Eine normale Nacht, könnte man meinen. So ist es aber nicht. Auf meinem Schoss der Laptop, wie üblich. Wir unterhalten uns über dies und jenes. Ich bin glücklich, dass ich überhaupt mal etwas von dir mitbekomme.
Du bist anders. Du sprudelst nicht mehr vor Wörtern und Ideen wie früher. Nennt man das erwachsen? Ich weiß nicht. Ich weiß gar nichts. Bin ich zu penibel? Unser Lied spielt gerade. Alte Erinnerungen tauchen auf und lassen mich hinwegdriften, von dem allen hier. "Du bist mir wichtig.", schreibe ich. Abschicken? Nein. Du weißt das doch. Das ist zu kitschig. Das ist nicht angebracht. Mein innerer Monolog nimmt Überhand und plötzlich ist es abgeschickt. Scheiße. Ich warte gespannt auf deine Antwort. 
Du schreibst und schreibst, hörst auf und schreibst wieder. Das war kein guter Schachzug. Ich bin zu anhänglich, aufdringlich. Okay. Du schickst es ab. Ich bin dir auch wichtig. Du wärst nicht du, wenn ich nicht wäre. Meinst du das ernst? Ja. Ich bin zufrieden. Fast glücklich. Warum hast du eigentlich keine Freundin? Unverständlich. Du erfüllst das Klischee perfekt. Wahrscheinlich bin ich die einzige mit dieser Meinung. Wenig später schalte ich den Laptop aus, stelle ihn weg und lege mich hin. 01:01 Uhr. Schöne Uhrzeit. Der Mond scheint in mein Zimmer. Ich lächele und wünsche allen eine gute Nacht, hoffe, dass es meinen Lieben gut geht. Ich liebe euch.

fünfundfünfzig

Dienstag, 15. März 2011

vierundfünfzig - Frühling!

Heute war wundervolles Wetter. Eine Freundin und ich kauften unser erstes Eis des Jahres an der Eisdiele. Wir konnten sogar ohne Jacke umher laufen ohne zu frieren, die Sonne strahlte. 
Es war richtig schön! Hoffentlich bleibt es so. 
Der Rest des Tages war aber nicht so toll, Langeweile pur. Eigentlich hat man ja eine schier unendliche To-do-Liste, aber es fallen einem dann noch Sachen ein, die viel, viel wichtiger erscheinen. Bis die Sonne untergegangen ist und das schlechte Gewissen sich meldet. 
Ich werde noch eine alte Freundin treffen, das wird sicherlich lustig, da ich schon lange nicht mehr die Möglichkeit hatte mit ihr ausführlich zu reden, was ziemlich schade ist.

Dienstag, 8. März 2011

zweiundfünfzig - Karneval, Fasching, Fastnacht

Lange Zugfahrten mit gut gelaunten Menschen und überall Feierlaune.
Überfüllte Schnellrestaurants mit gestressten, unfreundlichen Verkäuferinnen und ungeduldige Kunden, die ironische, lustige Kommentare von sich geben. 
Bunter Schmuck, ausgefallene Kleidungen und Menschen, die es übertreiben.




Dienstag, 1. März 2011

Einundfünfzig



 

Seit einigen Tagen ist wieder alles "normal".
Ich habe ihn so gerne, und es stimmt tatsächlich:
Bedeutende, wichtige Personen lernt man erst zu schätzen, wenn du sie schon verloren hast.
Wir sind aber jetzt wieder ein Herz und eine Seele, wenn man so will..
Er ist so süß, findet in wichtigen Situationen die richtigen Worte und ist so aufmerksam.
Wundervoller Mensch.
Ich schätze ihn so sehr.

Dienstag, 22. Februar 2011

Fünfzig


Zwiegespaltener Tag
Die Sonne leuchtete grellgelb am blauen Himmel. Wunderschön.
Unfreudige Überraschen wie unangekündigte Tests. Erfolgreich überstanden.
Menschen, die einem Komplimente machen, die man schon so oft gehört hat. 
Leute, die deine Zukunft planen. Heirat, Kinder. 
Wie schön, wir als Paar wären. Wir sind wie füreinander geschaffen. Er ist mein bester Freund. 
Dachte ich. 
Vorgestern äußerte er etwas, was fatale Folgen hat. 
Wir diskutieren, es geht immer um das selbe. 
Wir streiten uns, ignorieren uns. Harmonie ist dahin.
Den Tränen nahe. Was tun? Alles wegwerfen, ihn hassen?
Warum?
Dafür, dass er mich schützen will und mir kein Leid zufügen möchte, mich nicht verletzten möchte?
Dennoch ist alles anders, und gefällt mir überhaupt nicht. 

Angst, Ungewissheit, Wut, Traurigkeit.



Montag, 14. Februar 2011

neunundvierzig - verkehrte Welt

"Morgen ist eh alles wieder vergessen."
"Ich glaube nicht."
"..und der Abend war völlig umsonst."
"Nichts ist umsonst."
"Woher kommt das denn?"
"..ist doch so. Für alles musst du was machen. Liebe, Leben, Freundschaft."
"...das sind normalerweise meine Sprüche."
"Achja?"
"Ja. Und normalerweise ist dein Text "Morgen ist eh alles vergessen.""
"Verkehrte Welt."

Mittwoch, 9. Februar 2011

achtundvierzig








 Ich verbringe seit Montag jede freie Minute mit Musik. Ich spiele Piano und versuche das Lied "21 Guns" von Green Day zu spielen. Ich freue mich so sehr, wenn ich einen neuen Part kann.

Sonntag, 6. Februar 2011

siebenundvierzig

Es ist ein sonniger Tag seit langem. Ich steige aus, und frage mich, wo er ist. 
Ich laufe über die Straße, um die Ecke. Er winkt mir. Wir laufen gemeinsam zu seinem Haus. Seine Eltern schauen neugierig in den Flur und grüßen mich lieb. 
Wir sehen uns einen Horrorfilm an. Er beruhigt mich, macht unsinnige Kommentare. 
Wir verstehen das Ende nicht.
Wir reden über alles Mögliche, dann spielt er mir etwas auf seiner Gitarre vor.
Ich freue mich unendlich und bin so glücklich. 
Er versucht vergeblich mir ein Stück beizubringen, wir haben Spaß.
Ich gehe zu seinem Fenster und bewundere den Sonnenuntergang. 
Der Himmel färbt sich kräftig rot und pink. Zauberhaft. 
Ich muss nach Hause. Er besteht auf eine Umarmung.
Ich sitze im Bus und bin glücklich. Unglaublich glücklich. Ich lächle, niemand sonst außer der Busfahrer sind im Bus. Wundervoller Tag!

sechsundvierzig

Dienstag, 1. Februar 2011

fünfundvierzig - Geschwisterliebe

Braunhaariger Junge (5 Jahre alt) mit schönen, schwarzen High-Heels in den Händen 
zu seiner Schwester (ca. 10 Jahre alt):
"Hey, diese hier sehen doch voll schön aus!"
Schwester: 
"Ja. Aber ich glaube, ich kann nicht in ihnen laufen."
Bruder:
"Ich kann dir ja helfen."
Schwester:
"Mama erlaubt mir die eh nicht."
Bruder mit Chucks in der Hand:
"Die hier sind doch auch cool."
Schwester:
"Ich brauche aber elegante Schuhe!"
Bruder:
"Du siehst in allen Schuhen elegant aus."


vierundvierzig - hurtful

Montag, 31. Januar 2011

dreiundvierzig - Montagmorgen

Die Kälte liegt immer noch wie eine schwere Decke über der Stadt.
Ich laufe den dunklen Weg zum Schulgebäude. 
Die Tür scheint schwerer als sonst zusein. 
Warme, abgestandene Luft strömt mir entgegen.
Seltsam, warum ist nur er da?

Ich grüße ihn:"Guten Morgen."
Er:"Hey!"
"Warum ist denn noch keiner hier?!"
"Vielleicht sind wir zu früh."
"Das ist unrealistisch."

Er erzählt von dies und jenem, ich höre zu, bin irgendwie gut gelaunt. 
Es ist Montag, irgendwas stimmt nicht. 
Ach, ich stehe mit meinem Klassenkameraden in einem total engen Raum und er rückt auch noch immer näher. Ist in Ordnung. Wir gehen noch mal kurz durch die Schule um zu sehen, wo unsere anderen Klassenkameraden sind. Als wir wieder kommen, steht die ganze Klasse da und lächelt uns an. 
Was wird hier für ein Spiel gespielt?

Sonntag, 30. Januar 2011

zweiundvierzig




"Warum verbringst du deine freie Zeit dann nicht mit ihr, wenn du sie doch so dermaßen gerne hast?"
"Weil ich meine Zeit mit dir verbringe."
Schweigen
"Und das soll sich auch nicht ändern."


Ist er nicht wunderbar?

Dienstag, 18. Januar 2011

einundvierzig - Tage wie diese


Einige Missverständnisse, hat sich aber alles geklärt. 
Vielsagende Blicke wechseln.Gefühle fahren Achterbahn.
Verwirrtheit. Unwissen. Freude. Fremdschämen. Aufmerksamkeit
Lachen. Meine besten Freunde.
Erinnerungsreicher, guter Tag.
Liebe, Freundschaft.
Glück.

Montag, 17. Januar 2011

vierzig - Der Wahnsinn und die Liebe

Eines Tages entschloss sich der Wahnsinn,
seine Freunde
zu einer Party einzuladen.
Als sie alle beisammen waren, schlug die Lust
vor, Verstecken zu spielen.
"Verstecken? Was ist das?" fragte
die Unwissenheit.
"Verstecken ist ein Spiel: einer zählt
bis 100, der Rest
versteckt sich und wird dann gesucht,"
erklärte die Schlauheit.
Alle willigten ein bis auf die Furcht und die
Faulheit.
Der Wahnsinn war wahnsinnig begeistert und
erklärte sich bereit zu zählen.
Das Durcheinander begann, denn jeder lief
durch den
Garten auf der Suche nach einem guten
Versteck.
Die Sicherheit lief ins Nachbarhaus auf den
Dachboden, man weiß ja nie.
Die Sorglosigkeit wählte das Erdbeerbeet.
Die Traurigkeit weinte einfach so drauf los.

Die Verzweiflung auch, denn sie wusste nicht,
ob es besser war sich hinter oder vor der
Mauer zu verstecken.
"... 98, 99, 100!" zählte der
Wahnsinn. "Ich komme euch jetzt
suchen!"

Die erste, die gefunden wurde, war die
Neugier, denn sie wollte wissen, wer als
erster geschnappt wird und lehnte sich
zu weit heraus aus ihrem Versteck.
Auch die Freude wurde schnell gefunden, denn
man konnte ihr Kichern nicht überhören.
Mit der Zeit fand der Wahnsinn all seine
Freunde und selbst die Sicherheit war wieder
da.
Doch dann fragte die Skepsis: "Wo ist
denn die Liebe?"
Alle zuckten mit der Schulter, denn keiner
hatte sie gesehen.
Also gingen sie suchen. Sie schauten unter
Steinen, hinterm Regenbogen und auf den
Bäumen.
Der Wahnsinn suchte in einem dornigen Gebüsch
mit Hilfe eines Stöckchens.
Und plötzlich gab es einen Schrei! Es war die
Liebe.
Der Wahnsinn hatte ihr aus Versehen das Auge
rausgepiekst.
Er bat um Vergebung, flehte um Verzeihung und
bot der Liebe an, sie für immer zu begleiten
und ihre Sehkraft zu werden.
Die Liebe akzeptierte diese Entschuldigung
natürlich.

Seitdem ist die Liebe blind und wird vom
Wahnsinn
begleitet...

Samstag, 1. Januar 2011

achtunddreizig

Frohes neues Jahr und mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen!
Ich hoffe, ihr habt Silvester gut überstanden und eure Vorsätze nicht schon vergessen.
Kurz vor Mitternacht sind wir auf einen Hügel gestiegen um den besten Ausblick zu haben.
Es war wirklich unbeschreiblich schön. Man konnte alle Nachbarstädte sehen und das Lichtspiel der Feuerwerke war einfach wundervoll. Wir wollten gar nicht mehr weg.
Und jetzt schneit es sogar bei uns. Ganz große weiße Flocken.